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Fragen und Antworten aus der Praxis
Frage:

Dürfen beim Wickeln "künstliche" Fingernägel getragen werden?

Antwort:


Der mögliche Kontakt mit Kot, Urin oder Erbrochenem ist ein möglicher Kontakt mit Biostoffen und unterliegt den Anforderungen der Biostoffverordnung (BioStoffV.) Laut TRBA 250 "Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege", Ziffer 4.1.7 Schmuck und Fingernägel gilt, dass bei Tätigkeiten, die eine hygienische Händedesinfektion erfordern, an Händen und Unterarmen z.B. keine
  • Schmuckstücke,
  • Ringe, einschließlich Eheringe,
  • Armbanduhren,
  • Piercings,
  • künstlichen Fingernägel,
  • sogenannte Freundschaftsbänder
getragen werden dürfen.
Fingernägel sind kurz und rund geschnitten zu tragen und sollen die Fingerkuppe nicht überragen.

Hinweis: Die hygienische Händedesinfektion ist bei bestimmten Tätigkeiten laut beigefügtem Rahmenhygieneplan, Reinigungs-Desinfektionsplan und Hautschutzplan in Kindertageseinrichtungen vorgeschrieben. Künstliche Fingernägel können den Erfolg einer Händedesinfektion gefährden.

Quellen



"neue" Frage zu künstlichen Nägeln:

Meine Mitarbeiterinnen tragen Gelnägel. Stimmt es, dass Gelnägel nur in den ersten 1-3 Tagen "sicher" sind, weil danach Risse entstehen und über diese Risse Viren und Bakterien eindringen können?

Antwort:


NachTRBA 250 "Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege" sollten keine künstlichen Fingernägel getragen werden.

Des weiteren sollte kein Nagellack oder farbiges Gel verwendet werden, weil Verschmutzungen nicht sichtbar sind und eine notwendige Entfernung dann unter Umständen unterbleibt. Erlaubt der Arbeitgeber Nagellack oder Gelnägel, dürfen Lack und Gel nicht älter als vier Tage sein. Spätestens nach Ablauf dieser Frist können Risse entstehen, die eine mikrobielle Besiedlung zur Folge haben. Dadurch ist die zuverlässige Wirkung von Händedesinfektionsmitteln nicht mehr gegeben.

Quellen



Frage:

Ist ein Steh-Wickelplatz zum Wickeln von 3-6 jährigen Kindern geeignet?

Antwort:


Ja, wenn folgende Anforderungen erfüllt sind:

Das Kind sollte auf einem rutschsicheren Podest mit einer maximalen Höhe von 0,30 m stehen und sich an einem, möglichst schräg angebrachten, Haltegriff (Durchmesser ca. 3,5 cm) festhalten können. Für die Erzieherin/ den Erzieher sollte eine höhenverstellbare Sitzgelegenheit (Stuhl, Hocker) auf Rollen und abwischbarem Bezug vorhanden sein. Der Standort des Stehwickelplatzes sollte sich in einem nicht für alle einsehbaren Bereich und in der Nähe von Wickelutensilien (Vinylhandschuhe, Windel, Wechselwäsche, Creme, Hand- und Flächendesinfektionsmittel, Mülleimer mit Deckel) und Waschbecken befinden.

Ein Steh-Wickelplatz und ein ergonomischer Wickeltisch werden in einem Film über die "Ergo-Kita" gezeigt. Beispiele guter Praxis:
http://www.deinruecken.de/unternehmerportal/beispiele_guter_praxis/filme_der_kampagne/filme_der_kampagne_1.jsp



(ab ca. 04:45 Minuten Wickeln im Stehen und ab 04:51 Minuten ergonomischer Wickeltisch)

Quellen



Frage:

Wie können Kinder optimal gewickelt werden und was sollte zum Wickeln unbedingt mitgenommen werden, wenn man mit Kindern unterwegs ist (z.B. Spielplatz, Ausflug)?

Antwort:


Zum Wickeln unterwegs gibt es grundsätzlich die Empfehlung, die Kinder im Stehen zu wickeln. Ist dies nicht möglich, bitte eine geeignete Stelle finden, die nicht zu kalt, zugig oder zu uneben ist und auch der Intimsphäre des Kindes gerecht wird.

Für unterwegs sollte mindestens ein Händedesinfektionsmittel mitgenommen werden. Laut http://www.ihph.de/vah-online/uploads/PDF/2015_HM5_VAH_Wickeltischdesinfektion.pdf kann ein solches Mittel auch für die Flächendesinfektion eingesetzt werden, wenn die Einwirkzeit mindestens fünf Minuten beträgt.


Empfehlung für den Wickelrucksack:
  • Wickelunterlage (Einweg) und dazu z.B. eine Küchenpapierrolle, damit jedes Kind eine frische Unterlage beim Wickeln hat
  • Feuchttücher in ausreichender Anzahl im geschlossenen Behälter
  • Müllbeutel in ausreichender Anzahl
  • ein größerer wiederverschließbarer Abfallsack, z.B. Abfallsack mit Zugband, der auch für den anderen Müll genutzt werden kann
  • Einweghandschuhe in ausreichender Anzahl
  • Händedesinfektionsmittel
  • Einwegpapiertücher oder Küchenrolle - können bei Bedarf mit Händedesinfektionsmittel benetzt werden und zur Flächendesinfektion mit Scheuerwischtechnik aufgetragen werden, so dass ein Flüssigkeitsfilm entsteht (Desinfektionsmittel auf den zu desinfizierenden Flächen mindestens fünf Minuten einwirken lassen.)
  • Windeln
  • Wechselwäsche
  • eventuell Cremetube (für jedes Kind individuell)




Frage:

Flächendesinfektion – Wischen oder Sprühen?

Antwort:


Besser wischen als sprühen. Verboten ist die Sprühdesinfektion nicht, doch grundsätzlich ist der gezielten Scheuer-Wisch-Desinfektion der Vorzug zu geben. Beim Umgang mit Flächendesinfektionsmitteln besteht die Gefahr von Haut- und Atemwegserkrankungen. Eine Wischdesinfektion anstelle der Sprühdesinfektion entlastet die Atemwege. Denn beim Wischen entstehen keine Sprühwolken, die eingeatmet werden können. Desweiteren ist beim Sprühen mit einer erhöhten Gefahrstoffkonzentrationen in der Luft zu rechnen. Das bedeutet Brand- und Explosionsgefahr! Hinweis: Wer nicht auf die Sprühflasche verzichten mag, sollte die Desinfektionsflüssigkeit direkt in ein Einmaltuch sprayen und dann damit wischen.



Frage:

Hände waschen oder desinfizieren - oder beides?

Antwort:


Desinfizieren ist besser als Waschen. Das Waschen ist – auch wenn es überraschend klingt – in vielen Fällen unnötig. Gewaschen werden müssen die Hände oft nur bei Arbeitsbeginn und wenn sie sichtbar verschmutzt sind. Bei tatsächlicher wie auch fraglicher mikrobieller Kontamination der Hände ist eine hygienische Händedesinfektion das einzig Richtige. Denn die hygienische Händedesinfektion entfernt die Kontaminationsflora. Händewaschen leistet weit weniger: Danach verbleiben immer noch viele Keime auf der Haut und somit ist das Weiterverbreitungsrisiko gegeben. Für eine wirksame Desinfektion müssen die trockenen Hände komplett mit dem Händedesinfektionsmittel eingerieben und über die für das Produkt vorgesehene Einwirkzeit, in der Regel 30 Sekunden, feucht gehalten werden. Besonderes Augenmerk ist dabei auf die Fingerkuppen und Daumen zu legen, damit auch diese Partien komplett mit dem Desinfektionsmittel behandelt werden. Denken Sie auch an die Handgelenke. Der Vorteil beim Desinfizieren: Die Hautfette werden, anders als beim Händewaschen, nur angelöst, aber nicht ausgespült. Und die Keimzahl auf den Händen wird durch eine gründliche Desinfektion noch deutlich stärker reduziert als durch Waschen. Es ist nicht so, dass das Desinfizieren die “geschlossene Hautflora” schädigt (die hauteigene Bakterienflora würde erst durch eine chirurgische Händedesinfektion entfernt). Die hygienische Händedesinfektion entfernt die Kontaminationsflora.


Hände desinfizieren:
  • vor Umgang mit Lebensmitteln und Mahlzeiten
  • vor planbarer Wundversorgung
  • nach eigenem Wasserlassen
  • nach Wickeln oder Kind bei Toilettengang begleiten
  • nach Naseputzen, sowie Husten oder Niesen in die Hand
  • nach Kontakt mit Blut, Urin, Erbrochenem
  • nach Kontakt mit Abfällen
  • nach Kontakt zu Tieren, Erde etc.
  • nach dem Ausziehen von Schutzhandschuhen
Film: Hände effektiv desinfizieren



Hände waschen:
  • vor Arbeitsbeginn
  • bei sichtbarer Verschmutzung
  • nach Stuhlgang
  • nach Arbeitsende
Tipps fürs richtige Händewaschen:
  • Lauwarmes statt heißes Wasser nutzen
  • Hände kurz befeuchten, mit pH-hautneutraler Waschlotion waschen (pH-Wert um 5,5) und gründlich abspülen
  • Hände am besten mit weichen Einmalhandtüchern abtrocknen
  • Danach die Hände eincremen




Frage:

Was tun nach dem Toilettenbesuch?

Antwort:


Nach einem Toilettenbesuch mit lediglich Wasserlassen genügt eine Desinfektion (außer jemand hat sich ungeschickt angestellt…). Das Händewaschen ist dagegen unnötig. Anders beim Stuhlgang: Hier hat die Betriebsmedizin – anders als manche rein auf die Hygiene fokussierte Quelle – sowohl Hygiene als auch Hautschutz im Blick. Deshalb ist die folgende Vorgehensweise nach Stuhlgang zu empfehlen:

  • Händewaschen
  • sorgfältiges Abtrocknen
  • Auftragen von Hautschutzcreme (vor allem vor hautbelastenden Tätigkeiten)
  • Desinfektion vor dem nächsten Ereignis, das eine Desinfektion erfordert, etwa der Umgang mit Lebensmitteln oder Wundversorgung




Frage:

Woraus bestehen Kot und Urin?

Antwort:


In unserem Darm arbeiten Bakterien für uns. Sie zerkleinern unsere Nahrung und bauen diese in so kleine Bausteine um, dass unserer Körper die Inhaltsstoffe der Nahrung aufnehmen kann. Über Kot und Urin werde nicht benötigte Stoffen und "Abfallprodukte" aus dem Körper entsorgt. Urin dient zusätzlich zur Regulierung des Wasserhaushaltes im Körper.